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Islamischer Religionsunterricht

In Deutschland besuchen derzeit schätzungsweise etwa 900.000 Schüler/innen mit einem muslimischen Hintergrund unterschiedlichster Herkunft, kultureller Tradition und religiöser Prägung die öffentlichen Schulen. Viele Klassen haben gemischt Kinder mit einem Migrationshintergrund aus dem Nahen, Mittleren und Fernen Osten, Nordafrika und vom Balkan. Zu nennen wären aber auch die Kinder aus Mischehen. Zudem leben mittlerweile eine große Zahl von Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisengebieten in Deutschland, meist Muslime, wodurch sich zukünftig dadurch für den Islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen in Deutschland eine zusätzliche Relevanz ergibt. Viele dieser Kinder kämpfen mit Problemen der Identitätsfindung und der Integration. Um diesen Problemen der Selbstfindung entgegenzuwirken haben mittlerweile mehrere Bundesländer den islamischen Religionsunterricht eingeführt.  

Mehr als 120 Schüler*innen muslimischen Glaubens besuchen derzeit die Ekkehard-Realschule in Singen. Seit dem letzten Schuljahr (2015/16) wird auch an unserer Schule Islam unterrichtet. Mit diesem Unterricht soll die religiöse Sprach-, Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit der muslimischen Schüler*innen an unserer Schule gefördert und unterstützt werden. Die Kinder sollen lernen sich mit der eigenen und fremden, religiösen Tradition auseinanderzusetzen. 

Je nach Rechtsschule des Islams, des Herkunftslands und der kulturellen Prägung kann auch die religiöse Praxis im Elternhaus stark variieren. Diese binnen-islamische Heterogenität stellt sowohl für die Lehrkraft, als auch für die Kinder eine Herausforderung dar. Andererseits wird im Unterricht authentisch erfahrbar, dass verschiedene und auch unterschiedliche Auslegungen und Zugänge zur Religion existieren. 

Der Unterricht erfolgt in deutscher Sprache, wobei Fachbegriffe auch in arabischer Sprache gelernt werden sollen.  Islamischer Religionsunterricht wird an der Ekkehard-Realschule für alle Jahrgangsstufen angeboten, wobei meist doppelstündig unterrichtet wird. Eine Ausnahme bildet dabei die 8. Jahrgangsstufe, in der nur eine Schulstunde Religionsunterricht angeboten wird. 

Im Unterricht werden den Schüler*innen die Grundlagen des Islams beigebracht. Zentrale Themen sind das Glaubensbekenntnis, die Säulen des Islams, Quran und Hadithe als die wichtigsten Quellen des Islams, das Leben des Propheten Muhammad, Erzählungen aus dem Quran(Prophetengeschichten) im Vergleich mit den anderen abrahamitischen Religionen und das Zusammenleben mit anderen Religionsgemeinschaften und Andersglaubenden. 

Andererseits werden auch Schwierigkeiten und Probleme behandelt, die im Zusammenhang von Schule und Islam auftreten können (z. B. Schwimmunterricht, Klassenfahrten, Fasten usw.) Mit Hilfe der ausgebildeten muslimischen Lehrkraft an der Schule sollen solche und ähnliche Problempunkte zumindest leichter angegangen werden und durch Vermittlung zwischen Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen viel leichter Lösungswege diskutiert, erarbeitet und auch gefunden werden können. 

Herr Varol ist der Lehrer für den Islamischen Religionsunterricht an unserer Schule. Er hat an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg Biologie, Chemie und Mathematik studiert. Seine Ausbildung zum Religionslehrer machte er an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe.

Text: N. Varol

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